MUSEUM wilnsdorf
Objekt des Monats
Tassilo-KelchTassilo-Kelch
keltisch, 8. Jh., Original im Stift Kremsmünster, Österreich
Exponat der aktuellen Sonderausstellung

"Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen wird .“

Bei diesem Zitat aus Markus 14, 23f. fällt den meisten Menschen, die T.H. White's "König auf Camelot" gelesen oder "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" gesehen haben, spontan der "Kelch des Zimmermanns" ein, der nach Sir Thomas Malory der Heilige Gral sein soll.

Ein Zeitgenosse der ersten Gralsdichter aber hätte den Tonbecher zurückgewiesen und stattdessen den abgebildeten Tassilo-Kelch genommen, denn die Vorstellung, Jesus könne aus einem einfachen Gefäß getrunken haben, war für einen mittelalterlichen Christen einfach unvorstellbar. Daher besteht der Gral in allen Erzählungen des 13. und 14. Jahrhunderts auch immer aus Gold und Edelsteinen oder ist gar selbst ein Edelstein...

Tassilo, der Baiernherzog, schenkte im 10. Jahrhundert den in England hergestellten Kelch, der heute seinen Namen trägt, dem Benediktinerstift in Kremsmünster. Er kommt der Beschreibung des Grals durch Malory - als goldener Kelch mit Edelsteinen verziert -, besonders nahe.

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Tassilo-Kelch


 

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