Der Benz-Patent-Motorwagen Nr. 11886 reichte Carl Benz, ein Mannheimer Ingenieur, einen Patentantrag für ein Benzin getriebenes dreirädriges Fahrzeug ein und legte damit die Grundlage für die Entwicklung des Automobils. Sein Gefährt hieß allerdings in der Patentschrift keineswegs "Auto", sondern "Tricycle".
In der ersten Zeit nach der Vorstellung seines Prototyps erntete er viel Spott für seine "Kutsche ohne Pferde". Popularität verschaffte dem Motorwagen die legendäre Fahrt der Frau von Carl Benz, Bertha, die sie im Jahr 1888 mit ihren Söhnen auf dem Patent-Motorwagen Nr. 3, einer verbesserten Version, über eine Strecke von fast 45 km von Mannheim nach Pforzheim unternahm. Auf dem Weg "erfand" sie quasi die Tankstelle; als ihr der Treibstoff ausging, hielt sie vor der nächstbesten Apotheke (der Stadt-Apotheke von Wiesloch) und kaufte eine Flasche Waschbenzin, mit deren Hilfe sie ihre Fahrt fortsetzen konnte.
In Deutschland, das im ausgehenden 19. Jahrhundert noch kein ausgebautes Straßensystem besaß, konnte sich der Patent-Motorwagen nur schwer durchsetzen - eine Vorreiterrolle spielte hier Frankreich, wo Carl Benz 1889 auf der Pariser Weltausstellung seine neuesten Modelle vorstellte. 1894 wurden die weltweit ersten Serienwagen, die Benz-Patent-Motorwagen "Velo" verkauft.
Übrigens: Der erste Omnibus der Welt mit Benzinantrieb ging auf einen Patent-Motorwagen zurück und wurde 1895 von der Firma Benz für die Omnibuslinie Siegen-Deuz angefertigt!
Benz-Patent-Motorwagen (Bildquelle: Mediaseite der DaimlerChrysler AG)
Motor des Benz-Patent-Motorwagens (Bildquelle: LSDSL / wikipedia.de)